Seite LII Jainismus Inhalt gesamte Vorlesung Âkârâṅga Sûtra und Kalpa Sûtra
der Einleitung zu meiner Ausgabe von dieser Arbeit gesprochen [1], zu welcher ich den Leser auf weitere Einzelheiten verweise. Seit dieser Zeit hat Professor Weber das Thema in seiner Abhandlung über die heiligen Bücher der Gainas aufgenommen und einige Fehler von mir korrigiert. Er fand heraus, dass die gesamte Kalpa Sûtra als die achte Vorlesung in der Dasâsrutaskandha eingegliedert ist, der vierten Kheda Sûtra. Professor Weber stimmt in meiner Auffassung überein, dass die "Regeln für Yatis" die Arbeit von Bhadrabâhu[2] sein kann, und dass die Liste der Sthaviras "wahrscheinlich von Devarddhi, dem Herausgeber der Siddhânta hinzugefügt wurde. Ich glaube jedoch auch nicht, dass Devarddhi der Autor des Lebens von Mahâvîra war, wie Professor Weber vermutet. Denn wenn es die Arbeit eines so gut bekannten Mannes wäre, die Überlieferung würde sicherlich nicht erlaubt haben eine solche Tatsache vergessen zu lassen. Es war eine andere Sache mit der Liste der Sthaviras, die aus vier oder fünf verschiedenen Abhandlungen besteht, nur zusammengesetzt und zu den Leben der Ginas vom Herausgeber der Arbeit hinzugefügt. Wir können vom Lebensstil der Ginas her nicht argumentieren, dass dieser Teil jünger sein muss als die Regeln für Yatis; denn die gleiche Differenz des Stils, bewirkt durch die Vielfalt der Sache, gibt es zwischen dem dritten Kûlâ der Âkârâṅga Sûtra und den beiden vorhergehenden. Noch kann die Dürftigkeit der Inhalte als Argument angeführt werden gegen das hohe Alter der Leben der Ginas, da sie wahrscheinlich nicht für biographische Abhandlungen gedacht waren, sondern einem liturgisches Zweck dienten; denn wenn die Bilder der Tîrthakaras in den Tempeln verehrt werden, werden sie mit Hymnen angesprochen, einer von denen der Kalyânakas oder glücksverheissende Momente eine Übersicht gibt[3]. Es ist
[1] The Kalpa Sûtra of Bhadrabâhu, Leipzig, 1879. Abhandlungen für die Kunde des Morgenlandes, VII, 1
[2] Dass die "Regeln für Yatis" mindestens sechs Generationen nach Mahâvîra abgefasst worden sein müssen ist augenscheinlich von §§ 3-8, aber vielleicht ist die Arbeit viel jünger. Denn in § 6 der Sthaviras, der unmittelbar nach den Anhängern von Ganadharas kommt, wird von in einigem Gegensatz zu den "'Sramanas Nirgranthas der gegenwärtigen Zeit" gesprochen. Doch die Arbeit kann nicht vergleichsweise jung sein, weil es von §§ 28-30 erscheint, dass der Ginakalpa bis dann noch nicht in Nichtgebrauch gefallen ist, wie es in späteren Zeiten gemacht worden war.
[3] Die Riten sind beschrieben und die Hymnen in einer modernen Arbeit genannt Katurvimsatitîrthaṅkarânâm pûgâ wiedergegeben, eine MS. welche dem Deccan College gehört