Seite XLIII                                                                                                        Jainismus Inhalt gesamte Vorlesung                                                              Âkârâga Sûtra und Kalpa Sûtra

des fraglichen Zeitpunkts aus beiden zeitlichen Begrenzungen durch die grösser oder kleinere Ähnlichkeit der ältesten Gaina Arbeiten in Versen mit den Süd- und Nord-Buddhisten, was die rythmischen oder stilistischen Besonderheiten betrifft, beurteilen können, sollten wir den Anfang der Gaina Literatur eher näher dem Zeitpunkt der Pâli-Literatur, als jener der Nord-Buddhisten setzen. Dieses Ergebnis stimmt sehr gut mit einer Überlieferung der Svetâmbaras überein. Denn sie sagen[1], dass nach den zwölf Jahren Hungersnot, während Bhadrabâhu der Kopf der Kirche war, die Agas durch den Sagha von taliputra zusammengeführt wurden. Jetzt Bhadrabâhu’s Tod ist auf 170 A V. von den Svetâmbaras festgesetzt, und 162 A V.  von den Digambaras; er lebte daher, gemäss dem bisherigen, unter Kandragupta, von dem gesagt ist den Thron 155 A V. bestiegen zu haben. Professor Max Müller weist Kandragupta die Daten 315-291 v. Chr. zu; Westergaard bevorzugt 320 v. Chr. als wahrscheinlicheres Datum für Kandragupta, und auch so Kern[2]. Doch dieser kleine Unterschied macht wenig aus: zum Zeitpunkt der Sammlung oder, vielleicht besser, der Zusammensetzung des Gaina Kanons fallen irgendwo auf das Ende des vierten oder Anfang des dritten Jahrhunderts v. Chr. Es ist wert zu bemerken, dass nach der oben zitierten Überlieferung, der Sagha von Pâtaliputra sammelte die elf Agas ohne die Hilfe von Bhadrabâhu. Da der Letztere von den Digambaras als einen ihrer Lehrer beansprucht wird, und wie die Svetâmbaras, obwohl sie das Gleiche tun, setzt sich die Liste der Sthaviras immer noch von Sambhûtavigaya, Bhadrabâhu’s Sthavira Kollegen fort, nicht aus Bhadrabâhu selbst, es scheint zu folgen, dass die Agas, durch den Sagha von Pâtaliputra zusammengebracht, nur den Kanon der Svetâmbaras bildete, nicht diesen der gesamten Gaina Kirche. In diesem Fall sollten wir nicht falsch liegen, den Zeitpunkt des Kanons etwas später zu setzen, unter das Patriarchat von Sthûlabhadra, d.h. in der ersten Hälfte des dritten Jahrhunderts v. Chr.

Wenn das Ergebnis unserer vorangegangenen Untersuchung Anspruch auf Verdienst hat - und ich sehe keine Gegenargumente die berechtigen uns unserer Schlussfolgerung zu misstrauen - die Herkunft der noch vorhandenen Gaina Literatur nicht früher als etwa 300 v. Chr. oder zwei Jahrhunderte nach

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[1] Parisishta Parvan IX, 55 ff

[2] Geschiedenis van het Buddhisme in Indie, ii, S. 266 Anmerkung