Seite XXX                                                                                                        Jainismus Inhalt gesamte Vorlesung                                                              Âkârâga Sûtra und Kalpa Sûtra

zumindest in den ersten zwei Jahrhunderten ihrer Kirche, in einem kleinen Teil des Landes, und deshalb nicht von allen Samnyâsins nachgeahmt werden konnten, drittens, Gautama, der Gesetzgeber, war sicher älter als der Aufgang des Buddhismus . Denn Professor Bühler ist der Auffassung, dass die Untergrenze für die Zusammensetzung der Âpastamba Sara im vierten oder fünften Jahrhundert v. Chr. platziert werden muss[1]. Baudhâyana ist älter als Âpastamba; nach Bühler[2] muss der Abstand zwischen ihnen eher in Jahrhunderten als in Jahrzehnten gemessen werden. Auch ist Gautama älter als Baudhâyana[3]. Gautama, deshalb, und vielleicht Baudhâyana, müssen vor dem Aufstieg des Buddhismus gelebt haben, und da der erstere bereits das komplette System von Brahmanischem Asketismus gelehrt hat, kann er es nicht von den Buddhisten geliehen haben. Aber wenn Bühler in seiner Schätzung der Zeit, als diese Regeln der heiligen Gesetze zusammengestellt wurden, falsch sein sollte und falls sie sich herausstellen sollten jünger denn der Aufstieg des Buddhismus zu sein, können sie sicherlich nicht über viele Jahrhunderte so sein. Selbst in diesem Fall, welches kein wahrscheinlicher ist, kommen diese Gesetzgeber nicht in Frage, weitgehend von den Buddhisten entlehnt zu haben, welche die Brâhmanen zu diesem Zeitpunkt als falsche Anwärter von einem erst kürzlichen Ursprung verachtet haben müssen. Sie würden sicherlich nicht Gesetze als heilig betrachtet haben, die offensichtlich von Ketzern angeeignet waren. Auf der anderen Seite hatten die Buddhisten keinen Grund, nicht von den Brâhmanen zu borgen, weil sie diese im Interesse ihrer geistigen und moralischen Überlegenheit ausserordentlich respektierten. Daher verwenden die Gainas und Buddhisten das Wort Brâhmana als ein Ehren-Titel, wobei sie ihn selbst für Personen verwenden, die nicht der Kaste der Brâhmanen angehörten.

Es kann Beachtung geschenkt sein, daß die mönchsklösterlichen Orden der Gainas und Buddhisten obschon von den Brahmanen kopiert vor allem und ursprünglich für Kshatriyas bestimmt waren. Buddha richtete sich selbst in der ersten Linie an edle und reiche Männer, wie von Professor Oldenberg[4] hingewiesen worden war. Denn

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[1] Sacred Laws of the Aryas, Teil I, Einführung, S. XLIII

[2] Lc S. XXII

[3] Lc S. XLIX

[4] Buddha, sein Leben, &c., S. 557 ff