VERS 181 - 192                                                  ZURÜCK TITEL INHALT  VOR  PDF                  SAVARA - DEN ZUFLUSS BLOCKIEREN KAPITEL 6     Samayasâra

 

Nun betritt Savara die Bühne.

Während die Wesensart von savara padârth beschreibend, lobt der Autor zuerst seine schlussendliche Bedingung, unterscheidendes Wissen.

 

181.                       Die reinen erkennenden Zuschreibungen von Wahrnehmung und Wissen bleiben auf upayoga oder der eigentlichen Wesensart des reinen Selbst. Die unreinen Gefühle, solche wie Zorn, haben keinen Bezug was auch immer mit upayoga. Zorn erhält sich von Zorn selbst. Gewiss gibt es keinen Zorn in den reinen erkennenden Zuschreibungen von Wahrnehmung und Wissen.

 

KOMMENTAR

 

Was ausgesagt wird über Zorn muss gleichermassen genommen werden wahr zu sein im Fall von anderen Gefühlen solchen wie Stolz, usw.

Als nächstes handelt der Autor mit anderen Tatsachen, welche auch unterschiedlich von upayoga oder der Wesensart des reinen Selbst sind.

 

182.                       Es gibt kein upayoga, weder in den acht Arten von karmas, noch in den nokarma materiellen Partikeln (welche gehen, die verschiedenartigen Arten von Körpern aufzubauen). Umgekehrt gibt es weder karmas noch nokarmas in upayoga.

 

183.                       Wenn dieses unterscheidende Wissen, frei von Irrtum, im Selbst aufkommt, dann manifestiert sich die Wesensart des Selbst in der Form von reinem upayoga und es bewirkt nicht irgendeine Art von unreinen psychischen Zuständen.

 

KOMMENTAR

 

Zwei Dinge, welche räumlich unterschiedlich sind und welche keine Beziehung zu einer gemeinsamen Ursache haben, können nicht die Beziehung von Substanz und Nährboden pflegen. Substanz und Nährboden werden zu einer besonderen Manifestation und der eigentlichen Wesensart, welche sich so manifestiert anwendbar sein. Somit ist wissende Tätigkeit bezogen auf Wissen in der Form des Nährbodens, eine Wesenheit und seine Manifestation. Eine Wesenheit und seine Manifestation sind untrennbar miteinander vereinigt und es gibt eine eigentliche Identität zwischen den zwei. So angeschaut ist die reine erkennende Tätigkeit oder upayoga, da es auf der eigentlichen Wesensart des Selbst begründet ist, unveräusserlich mit ihr identisch. Verschiedenartige unreine gefühlsmässige Zustände haben keine solche eigentliche Bezieung zur Wesensart des Selbst, weil sie  zufüllige Zustände des Selbst sind, und als solche verschwinden können, ohne in irgendeiner Weise die Wesensart des Selbst zu beeinflussen. Wesentliche Zuschreibungen sind begründet auf der wirklichen Wesensart eines Dings, wobei die zufälligen Zuschreibungen nicht so begründet sind. Es ist diese Wahrheit, die in den obigen gâthâs betont wird. Erkennende Zuschreibungen von Wahrnehmung und Wissen, technisch upayoga genannt, sind die wesentlichen Zuschreibungen des Selbst, wo denn wie Zorn, Stolz, usw. nur zufällige Zuschreibungen sind. Das ist warum es gesagt wird, dass upayoga im Selbst ist, und umgekehrt Selbst in upayoga ist und negiert, Zorn, usw., nicht im Selbst sind, noch das Selbst in Zorn, usw. So auch haben karmas und nokarmas, zufällige Anhängsel zum Selbst, keine Grundlage in der Wesensart des Selbst. Diese Erkenntnis des Selbst, unterschiedlich von den verschiedenartigen zufälligen Zuschreibungen, psychischen und physischen, zu sein, ermöglicht es die unreinen psychischen Zustände von Begehren, Abneigung und Täuschung auszusperren. Wenn diese ausgesperrt sind, gibt es keinen Zufluss von karmas und dies ist genau savara.

Als nächstes wird es erklärt, wie das Selbst, sogar wenn auch mit unreinen karmas gedanklich verbunden, durch unterscheidendes Wissen fähig ist, seine reine Wesensart zu erkennen.

 

184.                       Genau wie Gold, wie auch immer viel es erhitzt wird, nie seine eigentliche Wesensart verliert, so auch das richtig wissende Selbst, wie auch immer es durch die gedanklich verbundenen karmas gebrannt wird, nicht seine eigentliche Wesensart von reinem Wissen verliert.

 

185.                       Demnach kennt das Selbst mit unerscheidendem Wissen seine wahre Wesensart. Aber jemand in Ermangelung dieses Wissens, geblendet durch sein eigenes nicht-Wissen unfähig seine wahre Wesensart wahrzunehmen, denkt, dass die Wesensart des Selbst mit den unreinen psychischen Zuständen, solche wie Anhaftung, identisch ist.

Als nächstes wird klargelegt, wie dieses Begreifen der reinen Wesensart selbst savara ist.

 

186.                       Das Selbst mit dem unterscheidenden Wissen, durch nachdenken über das reine Selbst, wird selbst rein. Aber das Selbst, welches über die unreine Wesensart des Selbst nachdenkt, wird selbst unrein.

 

KOMMENTAR

 

Somit ist es klargelegt, dass die Wesensart des nachdenkenden Selbst durch die Wesensart des nachgedachten Ideals bestimmt wird. Infolgedessen bedeutet Begreifen der reinen Wesensart des Selbst savara.

Als nächstes wird die Methode des Begreifens in bezug auf das reine Selbst beschrieben.

 

187.                       188 und 189. Wo so sich das Selbst, das in die Aktivität, ob gut oder schlecht, eingetaucht ist, mit yoga (Gedanke, Wort und Tat) in Schranken hält, auf reiner Wahrnehmung und Wissen verbleibt, kein Begehren was auch immer für fremde Objekte hat, und frei von allen Anhaftungen ist, dieses Selbst denkt über seine eigene Einigkeit nach. Solch ein Selbst denkt nie, dass karmas von der Wesensart des Selbst sind, noch die nokarmas. Solch ein richtig wissendes Selbst, von der Wesensart der Wahrnehmung und Wissen völlig verschieden von fremder Wesensart, denkt über sein reines Selbst nach und wird sehr bald mit diesem Reinen Selbst identisch, das frei von allen karmas ist.

 

KOMMENTAR

 

Somit wird klargelegt, dass unterscheidendes Wissen schlussendlich zur Erlangung des reinen Selbst führen wird, durch alle die unreinen karmischen Fesseln zu zerstören.

 

190.                       191 und 192. Es ist durch den Allwissenden erklärt, dass die zu falschem Glauben, falschem Wissen, nicht-Lehre (falsches Verhalten), und psycho-physische Tätigkeit entsprechenden psychischen Zustände, die Ursche von karma solche wie jñânâvaraîya sind. Wegen der psychischen Zustände in Bezug auf reine Wahrnehmung, usw., sind die karmischen Bedingungen nicht vorhanden. Diese Abwesenheit der Bedingungen in jemandem, der unterscheidendes Wissen hat, bewirkt das Blockieren von psychischem Zufluss (bhâvâsrava). Wenn der psychische Zufluss blockiert wird, folgt notwendigerweise das Blockieren der karmischen Zuflüsse (dravyâsvrava). Wenn es keinen Zufluss von materiellen karmas gibt, wird der Zufluss von nokarmischen Materien auch gestoppt. Wenn es keinen Zufluss von nokarmischen Körper-bauenden Materien gibt, wird der Prozess von Körper- zu-bauen vollständig verschwinden, welches das Aufhören von sasâra bedeutet.

 

KOMMENTAR

 

Solange als die Wurzelursache, Identifizierung des Selbst mit karmas, andauert, dauert psychische Tätigkeit bis falschem Glauben, falschem Wissen, falschem Verhalten und yoga an. Diese Form der Ursache von der bhâvâsrava, bezieht sich auf Begehren, Abneigung und Täuschung. Bhâvâsrava bilden die Ursache von dravyâsrava oder materiellen karmas. Materielle karmas ihrerseits, bilden die Ursache von Körper-bauenden nokarmas. Nokarma ist die Ursache von sasâra. Dies ist die kausale Folge. Aber wenn unterscheidendes Wissen erscheint, erkennt das Selbst seine eigene reine cetana Wesensart. Dieses Wissen führt zur Abwesenheit von psychischer Tätigkeit in Bezug auf falschen Glauben, falsches Wissen usw. Abwesenheit von solchen psychischen Tätigkeiten führen zum Verschwinden von bhâvâsrava. Wenn dies nicht vorhanden ist, verschwindet karma natürlicherweise. Verschwinden von karmas bedeutet Aufhören von sasâra. Dies ist die Anordnung von savara.

Damit endet das Kapitel über savara.

Somit verlässt Savara die Bühne.