VERS 237 - 287                                              ZURÜCK TITEL INHALT  VOR  PDF                   BANDHA ODER BINDUNG VON KARMAS   KAPITEL 8     Samayasâra

 

Dann betritt Bandha die Bühne.

 

237.                       bis 241. Zum Beispiel, ein mit Öl eingeschmierter Mann, an einem Platz voll von Staub stehend, übt mit einem Schwert, schneidet ab oder bricht Bäume solche wie Palme, tamala, Plantine, Bambus und Asoka und verursacht so Zerstörung an belebten und unbelebten Objekten. Im Fall dieser Person, die in zerstörerischer Tätigkeit beschäftigt ist, durch verschiedene körperliche Haltungen anzunehmen, was ist die wirkliche Bedingung verursachende Staubablagerung auf seiner Person? Gewiss ist es das auf seinen Körper geschmierte Öl, das betrachtet werden muss, die wirkliche Ursache der Staubablagerung zu sein und gewiss nicht seine verschiedenen körperlichen Tätigkeiten. In der gleichen Weise ein falsch Gläubiger, selbst während er in verschiedenen Tätigkeiten beschäftigt ist, erst wenn er jene Tätigkeiten mit Gefühl von Anhaftung ausführt, dann gewiss gelangt er mit karmischem Staub bedeckt.

 

KOMMENTAR

 

Hier ist eine Person, beschmiert mit Öl über den ganzen Körper, an einem Platz stehend, welcher natürlich voll von Staub ist. Er ist in Schwertübungen beschäftigt. Er nimmt verschiedene Haltungen seines Körpers an in seiner schnellen Bewegung, beschäftigt in der Zerstörung von belebten und unbelebten Objekten. Was ist die wirkliche Ursache der Staubablagerung auf ihm? Gewiss ist es nicht der Boden, welcher natürlich voll von Staub ist. Wenn das so wäre, müsste eine andere Person ohne Ölschmiere auf dem Körper am selben Platz stehend, auch die Staubablagerung auf seinem Körper haben. Ist es die Schwertübung? Gewiss nicht. Denn, eine andere Person ohne den öligen Körper, dieselbe Übung ausführend, müsste die Staubablagerung erhalten. Ist es die Zerstörung von belebten und unbelebten Objekten? Dies kann nicht sein. Denn eine Person gleichermassen ohne den öligen Körper beschäftigt, müsste auch Staubablagerung erhalten. In all diesen Fällen ist es klar, dass die Staubablagerung nicht aufkommt, wenn die ölige Oberfläche nicht vorhanden ist und die Staubablagerung nur aufkommt, wenn die ölige Oberfläche vorhanden ist. Dieser eine gemeinsame Faktor in den vorhergehenden Umständen muss genommen werden, die wirkliche Ursache der Staubablagerung zu sein. In der gleichen Weise ein falsch Gläubiger, der, das Gefühl von Anhaftung in sich selbhst habend und in der Welt verbleibend, die natürlich voll von karmischen Partikeln ist, ist in verschiedenartige Tätigkeiten von Gedanke, Wort und Tat beschäftigt, gerichtet auf die Zerstörung von belebten und unbelebten Objekten, gelangt mit karmischem Staub bedeckt. Was ist die wirkliche Ursache dieser karmischen Bindung? Gewiss ist es nicht die Welt, welche mit karmischen Partikeln gefüllt ist. Wenn dies die Ursache wäre, dann müssten selbst die Siddhas, die Vollkommenen Seelen, wegen ihrer Existenz in der gleichen Welt auch abhängig von karmischer Bindung sein. Kann es in die Handlung verwickelte Gedanke, Wort und Tat sein? Solche Tätigkeit ist selbst im Fall des Allwissenden Arhat vorhanden und da müsste in Ihm karmische Bindung auftreten. Dann ist es wegen der Zerstörung von belebten und unbelebten Objekten? Gewiss nicht. Denn solch eine Zerstörung kann selbst im Fall von achtsamen Tätigkeiten geschehen, welche unter den Namen der fünf samitîs gehen. Hier ist auch der einzige gemeinsame Faktor die vorhergehenden Umstände; das Gefühl von Anhaftung muss genommen werden, die ursächliche Bedingung der karmischen Bindung zu sein. Somit ist es durch eine praktische Schilderung begründet, dass das Gefühl von Anhaftung zu Objekten in der Umgebung die wirkliche Ursache von karmischer Bindung ist.

 

242.                       bis 246. Auf der anderen Seite, eine Person gänzlich frei von Ölschmiere auf dem Körper, an einem Platz voll von Staub stehend, Übungen mit einem Schwert ausführt, schneidet ab oder bricht Bäume, solche wie Palme, tamala, Plantine, Bambus und aśoka und verursacht so Zerstörung an belebten und unbelebten Objekten. Im Fall dieser Person, die in der zerstörerischen Tätigkeit von verschiedene körperliche Stellungen einzunehmen beschäftigt ist, was ist die wirkliche Erklärung für die Abwesenheit von Staubablagerung auf seiner Person? Gewiss ist es das Fehlen der öligen Oberfläche, die gerechnet werden Muss für die Abwesenheit von Staubablagerung auf seiner Person und nicht seine verschiedenen körperlichen Tätigkeiten. In der gleichen Weise wird ein richtiger Gläubiger, selbst während er in verschiedenen Tätigkeiten von Gedanke, Wort und Tat beschäftigt ist, bloss wegen des Fehlens des Gefühls von Anhaftung in ihm, nicht durch karmische Partikel gebunden.

 

KOMMENTAR

 

In den obigen gâthâs wird die ursächliche Beziehung zwischen dem Gefühl von Anhaftung und karmischer Bindung begründet, durch zitieren positiver Beispiele auf der einen Seite, durch welche die Gegenwart der Ursache notwendigerweise die Gegenwart der Wirkung impliziert und auch durch zitieren negativer Beispiele auf der anderen Seite, wo das Fehlen der Ursache, das Fehlen der Wirkung impliziert, so den Grundsatz übernehmend, welcher in Logik bekannt ist als Verbindende Methode von Übereinstimmung und Unterschied.

Als nächstes beschreibt der Autor die Gedanken Charakteristik des nicht-Wissenden und des wissenden Selbst.

 

247.                       Er, der denkt, „Ich töte andere Wesen oder Ich werde getötet durch andere Wesen“, ist ein Getäuschter, ohne Wissen. Aber einer der andererweise denkt ist der Wisser.

 

KOMMENTAR

 

Der oben-erwähnte Gedanken kommt aus Mangel an wahrem Wissen auf, welcher die Charakteristik von falschem Glauben ist. Aber solche Gedanken sind nicht im Fall von jemand, der die wahre Wesensart von Dingen kennt vorhanden und infolgedessen ist er ein richtiger Gläubiger. Die gleiche Idee tritt in der Bhagavad Gîtâ auf. „Er, der denkt von ihm als Schlächter, er, der ihn geschlachtet erachtet – diese beiden sind ohne Urteil; er schlachtet nicht, noch wird er geschlachtet.“ 11.19.

Als nächstes erklärt der Autor, warum solche Gedanken ajñâna oder Fehlen von wahrem Wissen impliziert.

 

248.                       Es ist durch die Jinas erklärt, dass der Tod von lebenden Wesen durch das Verschwinden ihres Alter-bestimmenden karma verursacht wird. (Da) du nicht ihr Alter-bestimmendes karma zerstörst, wie ist ihr Tod durch Dich verursacht?

 

249.                       Es ist durch die Jinas erklärt, dass der Tod von lebenden Wesen durch das Verschwinden ihres Alter-bestimmenden karma verursacht wird. (Da) sie nicht dein Alter-bestimmendes karma zerstören, wie kann dein Tod durch sie verursacht sein?

 

KOMMENTAR

 

Tod von lebenden Wesen ergeben sich nur, wenn ihre Alter-bestimmenden karmas abgelaufen sind. Dieses Ablaufen von jemandes eigenem Alter karma wird durch sein Laufen seines vollen Verlaufs der Dauer und nicht durch irgendein anderes Mittel verursacht. Wenn diese ursächliche Bedingung nicht vorhanden ist, kann das Ergebnis nicht durch irgendein anderes Mittel erzeugt werden. Infolgedessen kann niemand denken, den Tod von anderen zu verursachen. Deshalb der Gedanke, „Ich töte oder Ich werde getötet“ ist gewiss das Merkmal von ajñâna oder Abwesenheit des Wissens von wirklichen Dingen.

Als nächstes untersucht der Autor die Aussagen, Gedanken bezüglich auf Leben aus den gleichen zwei Aspekten ausdrückend.

 

250.                       Er, der denkt, „Ich lebe (da verursacht durch andere Wesen) und Ich verursache andere Wesen zu leben“ ist ein Getäuschter, ohne Wissen. Aber einer der in anderer Beziehung denkt ist der Wisser.

Als nächstes legt der Autor klar, wie dieser Gedanke das Ergebnis von ajñâna ist.

 

251.                       Der Allwissende erklärt, dass ein organisches Wesen lebt, wegen der Betätigung von (seinem) Alter-karma. (Da) du nicht Alter-karma (an lebende Wesen) gibst, wie ist ihr Leben durch dich verursacht?

 

252.                       Der Allwissende erklärt, dass ein organisches Wesen wegen der Betätigung von (seinem) Alter-karma lebt. (Da) sie dir nicht dein Alter-karma geben, wie kann dein Leben durch sie verursacht sein?

 

KOMMENTAR

 

Das Leben eines organischen Wesens hängt von der Betätigung seines Alter-karma ab. So lange wie das Alter-karma andauert sich zu betätigen, fährt das organische Wesen fort zu leben. Wenn dies aufhört zu sein, hört Leben auch auf zu sein. Da das Alter-karma in seiner Betätigung völlig selbst-bestimmt ist, kann es nicht durch irgendjemanden anders gegeben werden. Deshalb kann jemand durch keine Mittel ein anderes Leben machen. Infolgedessen der Gedanke, „Ich bin verursacht durch andere zu leben, oder Ich verursache andere zu leben“, ist gewiss wegen ajñâna oder Fehlen der Kenntnis der Wirklichkeiten.

Als nächstes wird es klargelegt, dass der Gedanke Glück oder Elend zu verusachen, die gleiche Bedeutung hat.

 

253.                       Er, der denkt, „Ich verursache Glück oder Elend an andere Wesen und ich bin glücklich oder elend gemacht worden durch andere“, ist ein Getäuschter, ohne Wissen. Der Wisser denkt andersherum.

Als nächstes legt der Autor klar, wie dieser Gedanke das Ergebnis von ajñâna ist.

 

254.                       Wenn alle lebenden Wesen elend oder glüchlich werden, nur wenn ihre karmas sich zu betätigen beginnen und da du ihnen nicht ihre karmas gibst, wie sind sie durch dich elend oder glücklich gemacht.

 

255.                       Wenn alle lebenden Wesen nur elend oder glücklich wenn sich ihre karmas zu betätigen beginnen und da sie dir nicht deine karmas geben, wie bist du elend durch sie gemacht.

 

256.                       Wenn alle lebenden Wesen nur elend oder glücklich werden, wenn ihre karmas sich zu betätigen beginnen und da sie dir nicht deine karmas geben, wie bist du durch sie glücklich gemacht.

 

KOMMENTAR

 

Ob ein lebendes Wesen glücklich oder elend ist, wird völlig durch die Betätigung seiner karmas bestimmt. Wenn die ursächliche Bedingung nicht vorhanden ist, wird die resultierende Erfahrung auch aufhören zu sein. Jemandes karma kann nicht als ein Geschenk von einem andern erhalten werden. Es wird nur durch jemandes eigenes Verhalten im Leben erworben. Infolgedessen kann jemand nicht einen anderen glücklich oder elend machen. Infolgedessen ist der Gedanke, „Ich mache andere glücklich oder elend, oder ich bin glücklich oder elend durch andere gemacht“ gewiss das Merkmal von ajñâna. Somit betont der Autor durch diese gâthâs, dass Tod und Leben, Elend und Glück, alles das Ergebnis der Betätigung von jemandes eigenem karma sind.

 

257.                       Man stirbt oder man wird elend während am Leben; all dies geschieht als ein Ergebnis der Tätigkeit von jemandes eigenen karmas. Deshalb, „Er ist durch mich getötet und ist durch mich elend gemacht“ – ist nicht diese Ansicht von dir gänzlich falsch?

 

258.                       Man stirbt nicht oder man wird nicht unglücklich während am Leben, dies ist auch gewiss das Ergebnis der Tätigkeit jemandes eigenen karmas. Deshalb, „Er ist nicht durch mich getötet und er ist nicht durch mich elend gemacht“ – ist nicht diese Ansicht von dir gänzlich falsch?

Als nächstes legt der Autor klar, dass dieser irrige Glauben die Ursache von Bindung ist.

 

259.                       Diese falsche Bemerkung von dir, „Ich mache andere Wesen elend oder glücklich“ ist täuschend. Dies führt zur Bindung von guten oder schlechten karmas.

 

260.                       „Ich mache andere Wesen elend oder glücklich“. Dieser Gedanke von dir verursacht karmische Bindung von der Wesensart von Laster oder Tugend.

 

261.                       „Ich töte andere Wesen oder ich mache sie leben“. Dieser Gedanke von dir verursacht karmische Bindung von der Wesensart von Laster oder Tugend.

Als nächstes wird es klargelegt, dass der Gedanke zu töten, derselbe ist wie töten.

 

262.                       Der Wille zu töten ist genug um Bindung zu bringen abgesehen von der Tatsache ob Tiere getötet werden oder nicht getötet werden. Aus dem wirklichen Gesichtspunkt ist dies kurz gesagt die Art von Bindung im Fall von jîvas (oder empirischen Selbst).

Wiederum legt der Autor klar, wie Gedanke die Ursache von Bindung und von pâpa oder puya, Laster oder Tugend ist.

 

263.                       Demnach (der Wille zu töten), der Wille zu lügen, zu stehlen, unkeusch zu sein und (übertriebenen) Besitz zu erwerben, führt zu Bindung von bösen karmas.

 

264.                       Wobei (der Wille nicht zu töten), der Wille nicht zu lügen, nicht zu stehlen, nicht unkeusch zu sein und nicht (übertriebenen) Besitz zu erwerben, führt zur Bindung von guten karmas.

 

KOMMENTAR

 

Die gleiche Wahrheit ist durch Christus übermittelt durch Sein Lehren, wenn er die innere Reinheit des Herzens betont, „Gesegnet sind die rein im Herz sind, denn sie werden Gott sehen. “ Dies impliziert klar, dass die Verwirklichung der Göttlichkeit im Mensch notwendigerweise durch die Reinheit des Herzens bedingt ist; wobei, wenn das Herz unrein ist, bringt es Sünde hervor. Die folgenden Worte von Christus machen dies klar. „Ihr habt gehört, dass es durch die der alten Zeit gesagt wurde, Du sollst nicht Ehebruch begehen, Aber ich sage Euch, dass wer auch immer auf eine Frau blickt um nach ihr zu gelüsten, hat mit ihr schon in seinem Herz Ehebruch begangen.“ (Matth. V. 27 u. 28).

Als nächstes wird es klargelegt, dass die Objekte in der äusseren Welt auch nicht die Ursache von karmischer Bindung sein können.

 

265.                       Infolge ist ein empirisches Selbst immer durch ein Objekt in der äusseren Welt bedingt. Trotzdem ist es nicht dieses äussere Objekt, das die Ursache von Bindung ist. Es ist durch Gedanke, (durch den) diese Bindung verursacht wird.

 

KOMMENTAR

 

Die direkte Ursache der Bindung ist Gedanke und nicht irgendein äusseres Objekt, obwohl dies die Ursache von Gedanke selbst ist. Denn warum sollten äussere Objekte tabuisiert werden? Es ist für den Zweck um den auf den äusseren Objekten basierenden Gedanken zu verwerfen. Gedanke ohne die Grundlage eines äusseren Objekts tritt nie im Selbstbewusstsein auf. Wenn es möglich ist Gedanke ohne die Grundlage eines äusseren Objekts zu haben, dann muss Gedanke entsprechend auf nicht-existierende Objekte auch erscheinen. Im Fall einer Person von einer wirklichen Mutter geboren, kannst du den Gedanken beschäftigen, „Ich werde ihren Sohn töten“. Aber im Fall einer unfruchtbaren Frau, der Gedanke, „Ich werde ihren Sohn töten“, würde bedeutungslos sein, denn es kann kein Sohn zu einer unfruchtbaren Frau geboren werden. Infolgedessen ist es gewiss, dass es keinen Gedanken ohne eine Grundlage in Wirklichkeit geben kann. Denn es ist nur durch die Ursache zu vermeiden, dass die Wirkung vermieden werden kann, aufzutreten. Könnte es nicht behauptet werden, dass weil das äusserliche Objekt die Ursache von dieser Ursache ist, welche Bindung erzeugt, deshalb das äussere Objekt selbst die Ursache von Bindung ist? Nein. Denn, die wirkliche ursächliche Bedingung von Bindung, der die Handlung zu versuchende Gedanke fehlt. Wenn das äussere Objekt durch sich selbst fähig wäre, karmische Bindung zu erzeugen, dann würde es identische Wirkung im Fall eines Heiligen haben, der mit Liebenswürdigkeit und Vorsicht umhergeht, angetrieben durch das Ideal von Liebe und Barmherzigkeit und eines Heuchlers im Gewand eines Heiligen, der roh und brutal ohne jede Achtsamkeit umherstreift. Das heisst, beide von ihnen müssen die gleiche Reaktion im Umfeld haben, welches beiden gemeinsam ist. Es ist nicht so als eine Tatsache. Der heilig rein im Herz ist unberührt durch Sünde, obwohl er in m gleichen Umfeld lebt wie der falsche und scheinheilige Asket, der, wegen des Fehlens der Reinheit des Gedankens, immer noch an Sinnesvergnügungen angeheftet ist und somit an karmischer Bindung unterworfen ist.

Als nächstes legt der Autor klar, dass der Gedanke, welcher gesagt ist, die Ursache von Bindung zu sein, wegen des Fehlens von objektivem Nachweis ihn zu bekräftigen, falsch ist.

 

266.                       „Ich mache lebende Wesen elend oder glücklich; Ich binde oder löse sie.“ Solcher Gedanke in dir ist bedeutungslos. Wahrlich er ist falsch.

 

KOMMENTAR

 

Glücklichkeit oder Elend einer Person ist völlig unabhängig von der Wesensart dieser Person und es kann nicht wegen irgendeinem äusseren Einfluss sein. Infolgedessen ist die Behauptung, „Ich mache ihn glücklich oder ich mache ihn elend“ falsch, weil es durch objektive Wirklichkeit unbekräftigt ist. Bloss eine Beteuerung einer Behauptung kann sie nicht wirklich machen. Es kann nicht seinen eigenen objektiven Nachweis mit Bekräftigung erschaffen. Wenn es für die beteuerte Behauptung möglich ist, in sich selbst den bekräftigenden Nachweis der objektiven Wirklichkeit zu tragen, dann müssen solche Aussagen durch die blosse Tatsache der Beteuerung wie, „Ich bin am Himmelsblumen sammeln“, wirklich werden. Infolgedessen kann keine Beteuerung durch sich selbst seinen eigenen Wahrheitswert mit sich tragen.

Als nächstes wird es erklärt, wie solch ein Gedanke ohne bekräftigenden Nachweis ist.

 

267.                       Wenn ihre eigenen Gedanken die wirkliche Bedingung sind, durch welche Seelen durch Karmas gebunden werden oder von ihnen gelöst gelangen, während auf dem Pfad der Erlösung zu stehen, dann was ist da, dass du nicht erreichen könntest?

 

KOMMENTAR

 

Der Plan in Gedanken, „Ich binde oder Ich löse“, um wahr zu sein, muss seine objektive Bedeutung haben, tatsächliche Bindung oder Loslösung von jîvas, als bekräftigender Nachweis. Aber als eine Tatsache werden jîvas gebunden oder gelöst gemäss ihrem eigenen Gedanken und ihren eigenen Bedingungen. Einer anderen Person’s Gedanke würde völlig unwirksam sein, deshalb, zu binden oder andere jivas lösen. Infolgedessen dein Gedanke, „Ich binde oder ich löse andere jîvas“ ist völlig falsch, da es nicht bekräftigt durch objektiven Nachweis ist. Infolgedessen deine Anspruch, „Ich binde oder löse andere jîvas“ ist nur trügerisch.

Als nächstes beschreibt der Autor das Benehmen von jemand, der durch solchen unwirksamen und fruchtlosen Gedanken getäuscht ist.

 

268.                       Das Selbst erschafft durch seine eigene Gedankentätigkeit für sich selbst die Formen von Wesen – unter-menschlich, höllisch, himmlisch und menschlich und auch verschiedenartige Arten von Tugend und Laster.

 

269.                       Gleichermassen kann sich das Selbst durch seine eigene Gedankentätigkeit selbst mit den Kategoien von dharma oder adharma, Seele, nicht-Seele, das Universum und das Jenseits identifizieren.

 

KOMMENTAR

 

Der Wille eine Sache zu tun, macht eine Person den Tuer von dieser Tat. Somit macht ihn der Wille zu töten ein Mörder, der Wille zu stehlen macht ihn einen Dieb und so weiter. Demzufolge eine besondere versuchende Neigung zu handeln im Selbst, macht dieses Selbst den Vertreter der entsprechenden Handlung. Gleichermassen Gedankenzustand Geburt als ein Höllenbewohner zu bestimmen, wenn reif, wird zu der Geburt als ein höllisches Wesen führen. Gleichermassen passende und wirksame Gedankenbedingungen werden das Selbst ein himmlisches oder menschliches Wesen machen. Die gleiche passende Gedankentätigkeit wird ihn bewirken tugendhafte Taten oder lasterhafte Taten zu tun und Glück oder Elend zu erleben. Ie genau gleiche Gedankentätigkeit als ein Ablauf von Wissen, kann die Kategorien von dharma, adharma, die Welt einschliesslich belebten und unbelebten Objekten, und Raum jenseits wie Objekte von Wissen bezogen auf das Selbst einbringen. Aber genau diese gleichen Gedanken, verdorben durch Fehlen von richtigem Wissen, können das Selbst zu irrtümlichen sich selbst mit den verschiedenartigen äusseren Objekten zu identifizieren führen. In all diesen Fällen weicht das selbst von seiner eigenen eigentlichen Wesensart von Reinheit ab und gelangt durch fremde Einflüsse verdorben, wegen welchen das Selbst durch seine verdorbene Gedankentätigkeit in die Irre geht von seiner eigenen Wesensart, verschiedenartige unwirkliche, flüchtige und unreine Formen annehmend. Demzufolge sind die wirklichen ṛṣis völlig frei von solch lasterhafter und irriger Gedankentätigkeit.

Als nächstes wird es klargelegt, dass jene, die frei von solcher Gedankentätigkeit sind, nicht karmischer Bindung unterworfen sind.

 

270.                       Die Heiligen, in denen solche Gedankentätigkeiten vorhanden sind, werden nicht durch gute oder schlechte karmas verseucht.

 

KOMMENTAR

 

Die oben erwähnten Gedankentätigkeiten treten auf, wenn die eigentliche Wesensart des Selbst nicht verwirklicht wird. Die Verwirklichung des wahren Selbst impliziert diese drei Aspekte. Glaube in seiner schlussendlichen Reinheit des selbst, wissen des schlussendlichen selbst und identifiziert zu sein mit diesem schlussendlichen selbst – diese drei Aspekte bilden die niścaya ratnatraya, die drei Juwelen aus dem höheren Gesichtspunkt. Die auf in den vorhergehenden zwei gâthâs bezogenen Gedankentätigkeiten sind nicht auf die Erfahrung von diesem Absoluten Selbst gegründet. Daher sind sie gedanklich mit dem empirischen Selbst verbunden. Empirisches Selbst impliziert das Gegenteil des Übersinnlichen Wirklichen Selbst. Daher sind die Tätigkeiten von Glaube, Wissen und Verhalten des empirischen Selbst aus dem wirklichen Gesichtspunkt irriger Glauben, irriges Wissen und irriges Verhalten. Deshalb resultiert karmische Bindung aus ihnen. Infolgedessen folgt es, dass im Fall eines Heiligen, ausgerüstet mit wahrem Wissen über Selbst, diese psychischen Tätigkeiten nicht vorhanden sind und infolgedessen gibt es keine karmische Bindung.

Als nächstes wird der Begriff Adhyavasâna erklärt.

 

271.                       Buddhi (Verstand), vyavasâya (Lösung), adhyavasâna (beabsichtigte Handlung), mati (denken), vijñâna (wissen), citta (Bewusstsein), bhâva (bewusster Modus), und pariâma (bewusste Manifestation) – alle diese Worte haben die gleiche Bedeutung.

Als nächstes wird vyavahâraaya durch die niścayaaya aberkannt.

 

272.                       So wisse du, dass der praktische Gesichtspunkt widersprochen wird durch den wirklichen Gesichtspunkt. Es ist durch den wirklichen Gesichtspunkt zu übernehmen, dass die Heiligen Nirvâa oder Befreiung erlangen.

 

KOMMENTAR

 

Der (niścaya) wirkliche Gesichtspunkt ist auf das Selbst gegründet. Der (vyavahâra) praktische Gesichtspunkt ist auf äussere dinge gegründet. Demzufolge haben aus dem wirklichen Gesichtspunkt alle die äusserlich bedingten Denktätigkeiten weil sie die kausale Bedingung für karmische Bindung bilden durch die Heiligen, die auf alles verzichtet haben, verschmäht zu werden. Um auf solche Gedankentätigkeiten zu verzichten, haben sie den praktischen Gesichtspunkt selbst abzulehnen, da dies auf äusseren Dingen gegründet ist. Spirituelle Befreiung aus karmischer Bindung ist nur durch den wirklichen Gesichtspunkt zu übernehmen möglich. Infolgedessen jemand, der das Ziel von Nirvâa erreichen will, hat den wirklichen Gesichtspunkt zu übernehmen und den praktischen Gesichtspunkt zu verwerfen.

 

273.                       Personen, unfähig der spirituellen Befreiung selbst obwohl sie Gelübde, Achtsamkeit, Beschränkungen, Verhaltensregeln und Bussen wie durch die Jinas beschrieben beachten, bleiben ohne wahres Wissen und von falschem Glauben.

 

KOMMENTAR

 

Verschiedenartige Arten von durch den Jina vorgeschriebener religiöser Disziplin sind aus dem vyavahâra Gesichtspunkt. Infolgedessen bilden sie vyavahâra câritra, für den gewöhnlichen Mensch vorgeschriebene Verhaltensweise. Diese Verhaltensregeln mögen selbst durch abhavyas – Personen von Natur aus unpassend für spirituelle Befreiung – beachtet werden. Selbst obwohl solch ein abhavya jene Verhaltensregeln ausübt, kann er nicht betrachtet werden mit den drei Juwelen der Höheren Ordnung, welche auf der Wesensart des reinen Selbst gegründet sind, ausgerüstet zu sein. Infolgedessen ist sein Verhalten nur von der niederen Ordnung, zu den drei Juwelen der niederen Ordnung gehörend. Infolgedessen kann aus dem absoluten Gesichtspunkt, da der abhavya mit den niedrigeren Juwelen ausgestattet ist, sein Glaube und Wissen nicht betrachtet werden von der richtigen Art zu sein. Deshalb, selbst die erfolgreiche Beachtung der Verhaltensregeln gibt ihm kein Anrecht unter jenen des richtigen Wissens und richtigen Glaubens klassifiziert zu werden. Infolgedessen muss er ajñânî und mithyâdṛṣṭî bleiben.

Selbst wenn er in den Schriften gut bewandt ist, ist er immer noch ein ajñânî genannt? Die Antwort wird im nächsten gâthâ gegeben.

 

274.                       Ein abhavya, jemand unpassend für spirituelle Erlösung, hat keinen Glauben in moka, infolgedessen, obwohl gut bewandt in allen Schriften, stattet ihn solch ein Studium nicht mit richtigem Wissen oder Eignung aus, wegen seinem Fehlen von Glauben.

 

KOMMENTAR

 

An die Wirklichkeit von mokawir durch die abhavya nicht geglaubt, weil er ohne den richtigen Glauben der reinen Wesensart des Selbst ist. Somit ohne richtiges Wissen und richtigen Glauben, können ihn sein Meistertum der Schriften nicht den wirklichen Wisser machen und es tut ihm nichts Gutes. Somit ungeachtet seines Lernens, bleibt er ohne Wissen.

Hat er nicht durch seine Beachtung der Verhaltensregeln zumindest Glaube in dharma? Die Antwort wird in der gâthâ unten gegeben.

 

275.                       Kein Zweifel hat er Glauben in (eine Art von) dharma, er erwirbt es, er erfreut sich in ihm und übt ihn aus. Aber es ist alles mit dem Ziel von zukünftigem Genuss. Gewiss nicht (dieses dharma, welches zur) Zerstörung von karmas (führt).

Als nächstes wird moka mârga, Pfad der Rettung aus den vyavahâra und niścaya Gesichtspunkten beschrieben, der erstere verworfen zu werden und der letztere übernommen zu werden.

 

276.                       Lasst es gewusst sein, dass (Wissen der Schriften solche wie) Âcârâga richtiges Wissen ist. (Glaube in die Kategorien von) jìva usw., ist richtiger Glaube. (Schutz von) den sechs Arten von Organismen ist richtiges Verhalten. Diese, wird es gesagt, bilden vyavahâra (mokamârga) – den Pfad der Rettung aus dem praktischen Gesichtspunkt.

 

277.                       Wohingegen das Selbst mein richtiges Wissen ist, das Selbst mein richtiger Glauben ist, das Selbst wiederum mein richtiges Verhalten ist. Das Selbst ist Verzicht, das Selbst ist Stoppung von karmas und yogische Meditation. (Diese bilden das niśaya moka mârga, oder Pfad der Erlösung aus dem wirklichen Gesichtspunkt).

Gefühlszustände solche wie Anhaftung sind die Ursache von Bindung. Sie sind fremd zur Wesensart des reinen Selbst. Dann wie kommen sie in der Wesensart des bewussten Selbst vor? Ergeben sie sich aus direkter Manifestation des Selbst oder werden sie durch fremde Einflüsse verursacht? Diese Frage wird in den folgenden gâthâs beantwortet.

 

278.                       bis 279. Wie ein Kristallstück, selbst rein und farblos seiend, nicht auf seine eigene Übereinstimmung rot-gefärbt erscheinen kann, aber in Verbindung mit einem anderen rot-gefärbten Objekt, erscheint es gefärbt-rot; in der gleichen Weise das Selbst, selbst rein seiend, nicht Gefühlstätigkeiten solche wie Anhaftung, usw. aus eigener Übereinstimmung haben kann. Aber wenn durch fremde Unreinheiten beeinflusst, verdorben gelangt durch solche unreinen Gefühle von Anhaftung, usw.

Es wird als nächstes klargelegt, dass jemand, der die wirkliche Wesensart von Dingen weiss, realisiert, dass das Selbst, der Wisser, nicht die Ursache der unreinen psychischen Zustände solche wie Anhaftung, usw. ist.

 

280.                       Der Wisser erzeugt nich auf eigene Übereinstimmung in sich Anhaftung, Abneigung, Täuschung und solch andere grobheitliche Gefühle. Infolgedessen ist es nicht der kausale Vermittler für jene psychischen Zustände.

Als nächstes wird klargelegt, dass das Ego ohne das Wissen der Wirklichkeiten und eingetaucht in nicht-Wissen kausal verantwortlich ist für solche unreinen psychischen Zustände.

 

281.                       Wenn die zu Anhaftung, Abneigung und grobheitlichen Gefühlen gehörende materiellen karmas zu tätigen beginnen, beginnt das empirische Ego entsprechende psychische Zustände zu haben. Diese psychischen Manifestationen von Anhaftung, usw., von welchen es der kausale Vertreter ist, ihrerseits frische karmische Bindung erzeugen tun.

 

282.                       Das empirische Ego, welches sich in den psychischen Zuständen von Anhaftung, Abneigung und grobheitlichen Gefühlen manifestierend ist und welches sich selbst mit jenen psychischen Zuständen identifiziert, gelangt durch entsprechende frische karmische Materie gebunden.

Als nächstes legt der Autor klar, dass das Selbst nicht der kausale Vertreter für das Gefühl von Anhaftung, usw. ist.

 

283.                       Nicht- Reue ist von zwei Arten und nicht-Verzicht sollte auch gewusst sein gleichartig zu sein. Durch solches Lehren wird das Selbst der Wesensart des Bewusstseins gesagt, nicht ihr kausaler Vertreter zu sein.

 

284.                       Nicht-Reue ist von zwei Arten, physisch und psychisch und so auch nicht-Verzicht; durch solches Lehren wird das Selbst der Wesensart des Bewusstseins gesagt, nicht ihr kausaler Vertreter zu sein.

 

285.                       So lange als das Selbst nicht Verzicht und Reue ausübt, beides, physisch und psychisch, sollte es verstanden werden, dass es der kausale Vertreter der karmas ist.

 

KOMMENTAR

 

Pratikramaa impliziert Bekenntnis und Reue für vergangene Missetaten. Apratikramaa, daher, bedeutet anstatt von Bekenntnis und Reue, die vergangenen Erfahrungen mit implizierter Begutachtung ins Gedächtnis zurückrufen. Dieses ins Gedächtnis zurückrufen vergangener unreiner Erfahrung ist von zwei Arten, psychisch und physisch. Pratyâkhyâna impliziert zu zügeln oder sich zu enthalten von einem Begehren für zukünftigen sinnlichen Genuss. Apratyâkhyâna ist sein Gegenteil. Es bedeutet das Fehlen von dieser Selbstbeherrschung und infolgedessen ein ungehemmtes Sehnen für zukünftige Vergnügungen. Dies ist auch von zwei Arten, materiell und psychisch. Die materielle karmische Bedingung erzeugt die entsprechenden psychischen Gefühlszustände, entweder die vergangenen Erfahrungen zu begutachten oder sich für zukünftige Vergnügungen zu sehnen. Die kausale Beziehung besteht deshalb zwischen dem materiellen Aspekt und dem psychischen Aspekt und diese zwei Aspekten von apratikramaa, und apratyâkhyâna, da sie die Betätigung von materiellen karmas und das Erscheinen von psychischem karma implizieren, haben keine Beziehung mit dem reinen Selbst der Wesensart des Bewusstsein. Infolgedessen kann das reine Selbst nicht als der kausale Vertreter dieser zwei Arten von karmas betrachtet werden. Dies ist die Botschaft der Schriften. Aber wenn das reine Selbst seine eigene wirkliche Wesensart vergisst und sich mit den grobheitlichen Gefühlen des empirischen Ego identifiziert, ist es nicht fähig für die vergangenen Erfahrungen zu bereuen, noch sich von den zukünftigen zurückzuhalten. Solange als es somit spirituell beunfähigt ist, die vergangenen zu tilgen und die zukünftigen abzulehnen, fühlt es sich für all jene unreinen durch karmische Materien verursachte Gefühle verantwortlich und wird somit die kartâ oder der kausale Vertreter jener Erfahrungen.

Wie die materielle Bedingung psychische Zustände sich als nimitta betätigend erzeugen kann und wie das Selbst betroffen oder zu diesem kausalen Ablauf bezogen ist, wird durch ein aus dem gewöhnlichen Leben genommenes Beispiel beleuchtet.

 

286.                       Wie kann das Selbst, der Wisser, diese Fehler in den für die Zubereitung von Nahrung verwendetet materiellen Dingen verursachen, da jene die Attribute von äusserlichen Objekten sind.

 

287.                       Selbst wenn Nahrung durch andere für mich zubereitet wird, sind die verwendeten Dinge materiell in Wesensart. Wie können diese Fehler betrachtet sein durch mich verursacht zu sein, wenn sie wirklich zu unbelebten Objekten gehören.

 

KOMMENTAR

 

Im Fall des Haushälters als auch des Asketen gibt es wichtige vorgeschriebene Grundsätze in der Angelegenheit von Nahrung. Nur was pavitra-âhâra oder reine Nahrung genannt wird ist für sie passend gegessen zu werden. Aber in der Angelegenheit von Nahrung vorzubereiten sind verschiedenartige Möglichkeiten von Fehlern dabei aufzutreten. Die verwendeten Gegenstände können fehlerhaft sein und können die Eigenschaft der davon zubereiteten Nahrung verderben. Die verwendeten notwendigen Dinge um Nahrung vorzubereiten solche wie Wasser, Feuer, usw., können wegen achtloser Auswahl auch die zubereitete Nahrung verderben. Ob die Zubereitung durch dich selbst oder durch einen Koch unter deinen Anweisungen gemacht wird, die Fehler, welche in der zubereiteten Nahrung vorhanden sein können und welche es unpassend zum Verbrauch machen, sind alles Fehler von für die Zubereitung von Nahrung benützten materiellen Gegenständen. Die für die Zubereitung verwendeten Gegenstände, zusammen mit der in zu kochen beschäftigten Person sind alles äusserliche Bedingung zu dir. Zubereitete Nahrung gestaltet die Wirkung all dieser äusseren kausalen Bedingungen und dies ist auch äusserlich, - der ganze Ablauf der kausalen Bedingung, resultierend in der Form der Wirkung. Die zubereitete Nahrung ist vollständig äusserlich zu der Person, die daran ist, die Nahrung zu verbrauchen. Sie ist nicht betroffen in der Reihenfolge der betätigenden Ursachen und der ergebenden Wirkung. Deshalb ist sie weder betroffen in der Erzeugung der in der Nahrung vorhandenen Fehler, noch ist sie verantwortlich für dieselben. Sie gehören alle zu materiellen unbelebten Objekten in der äusseren Welt. Aber wenn sie diese Nahrung welche fehlerhaft und unpassend zum Verbrauch  mit dem vollen Wissen der Tatsache, dass fehlerhafte Gegenstände verwendet wurden und es Achtlosigkeit in der Zubereitung davon gab, annimmt, wird sie verantwortlich für jene Fehler und deshalb wird sie Thema der Schuld davon. Aber wenn sie diese Nahrung ablehnt, ist sie nicht verantwortlich für die Fehler und sie wird deshalb unbeeinflusst durch die Schulden davon bleiben. Diese Schilderung ist ziemlich parallel zu dem vorhergehenden Fall, wo die materiellen karmischen Bedingungen entsprechende psychischer Zustände einer unreinen Wesensart erzeugen. Diese unreinen psychischen Zustände, da sie durch materielle karmische Bedingungen, welche verschieden in Wesensart vom Selbst sind und auch äusserlich zu ihm, erzeugt sind, verbleiben beide, die Ursache und Wirkung, äusserlich und fremd zum Selbst. Deshalb wird das reine Selbst nicht direkt betroffen in diesen kausalen Folgen und ist infolgedessen nicht verantwortlich für die Fehler und Unreinheiten im vorhandenen Ergebnis. Es kann diese Unbetroffenheit und Ununterschiedlichkeit nur durch die Ausübung von pratikramaa und pratyâkhyâna aufrechterhalten, die alten Vorkommen jener unreinen psychischen Zustände verstossend und die zukünftigen ablehnend. Wenn auf der anderen Seite, das Selbst durch die spirituelle durch pratikramaa und pratyâkhyâna auferlegte Disziplin zu verlassen, sich selbst mit den vergangenen unreinen Gefühlsregungen identifiziert und bereitwillig sich an zukünftige ähnliche Nachsicht vergeht, wird er völlig verantwortlich für die Fehler davon und gelangt deshalb durch entsprechende karmas gebunden. Dieser Fall ist deshalb analog zu dem Fall, wo die Person die fehlerhafte und unreine Nahrung annimmt, obwohl er nicht mit der Zubereitung davon betroffen ist.

Somit endet das Kapitel über bandha oder Bindung.

Damit verlässt bandha die Bühne.