SEITE 139                                                                                         Jainismus  Titel Inhalt vorige Seite gesamte Vorlesung                                             Uttarâdhyayana Sûtra

[Absatz geht weiter] (und der) wie poliertes im Feuer geläutertes[1] Gold (aufleuchtet), ihn nennen wir einen Brâhmana." (21)

"Ein schlanker, sich selbst unterwerfender Asket, der sein Fleisch und Blut verringert, der fromm ist und Nirvâna erreicht hat, ihn nennen wir einen Brâhmana." (22)

"Er der durch und durch lebende Wesen kennt, ob sie sich bewegen oder nicht, und sie nicht in irgendeiner der drei Möglichkeiten[2] verletzt, ihn nennen wir einen Brâhmana." (23)

"Er der nicht Unwahrheit aus Ärger oder zum Spaß, aus Habgier oder aus Angst spricht, ihn nennen wir einen Brâhmana." (24)

"Er der nicht irgendetwas nimmt, was ihm nicht gegeben wird, sei es fühlend oder nicht fühlend, klein oder groß, ihn nennen wir einem Brâhmana." (25)

"Er der nicht göttliche[3], menschliche oder tierische Wesen, in Gedanken, Worten oder Taten, fleischlich liebt, ihn nennen wir einen Brâhmana." (26)

"Er der nicht von Vergnügungen verunreinigt ist, wie ein Lotus im Wasser wachsend, nicht von ihm benetzt wird, ihn nennen wir einen Brâhmana." (27)

"Er der nicht habgierig ist, der unbekannt lebt, der kein Haus und kein Eigentum hat, und der keine Freundschaft mit Haushaltsvorständen hat, ihn nennen wir einen Brâhmana." (28)

"Er der seine früheren Verbindungen (mit seinen Eltern, usw.), mit seinen Angehörigen und Bekannten aufgegeben hat und der nicht Vergnügen hingegeben ist, ihn nennen wir einen Brâhmana." (29)

nächste SEITE 140


 

[1] Niddhantamalapâvagam. Der Kommentator geht von einer Umstellung der Glieder in dieser Wortzusammensetzung aus. Solch unregelmäßige Wortzusammensetzungen sind nicht selten in unserem Prâkrit. Wenn jedoch pâvaga für papaka steht, würde die Wortzusammensetzung regelmäßig, und verweist nicht auf "Gold", sondern auf die beschriebene Person. In diesem Fall müssen wir übersetzen: dessen Verunreinigungen und Sünden sind vernichtet worden.

[2] D.h. durch Gedanken, Worte und Handlungen.

[3] Berühmte, reiche, oder mächtige Menschen (Idole, Stars etc.). ΑΏ