SEITE 188 Jainismus Titel Inhalt vorige Seite gesamte Vorlesung Uttarâdhyayana Sûtra
Wer sehr gern eine schöne "Farbe" hat, hasst alle anderen, also ein Narr wird Elend leiden, aber ein leidenschaftsloser Weiser ist davon nicht betroffen. (26)
Er der eine Leidenschaft für "Farben"[1] hat, wird viele bewegliche und unbewegliche Wesen töten; ein leidenschaftlicher Narr, auf sein persönliches Interesse bedacht, schmerzt und quält jene Wesen auf viele Arten. (27)
Wie kann ein Mann, der leidenschaftlich "Farben"[2] begehrt, glücklich sein, während er (diese Dinge) bekommt, behält, verwendet, verliert, und vermisst. Selbst wenn er sie genießt, ist er nie zufrieden. (28)
Wenn er nicht mit den "Farben" zufrieden ist, und sein Verlangen nach ihnen stärker und stärker wächst, wird er unzufrieden werden, und unglücklich durch seine Unzufriedenheit; irregeführt von Gier, wird er eines andern Eigentum nehmen. (29)
Wenn er von heftigem Verlangen überwältigt wird, nimmt eines anderen Eigentum, und ist nicht zufrieden mit jenen "Farben" und ihrem Besitz, dann erhöhen (sich) seine Täuschung und Falschheit wegen seiner Gier; doch er wird sein Elend nicht loswerden. (30)
Nachdem und bevor er gelogen hat[3], und wenn er auf dem Punkt vom Lügen ist, fühlt er sich unendlich unglücklich. So, wenn er eines anderen Eigentum nimmt, und (nach allem) nicht durch die "Farben" zufrieden ist (die er
nächste SEITE 189
[1] Rûvânugâsânuga = rûpa-anuga-âsâ-anuga. Diese Aufteilung der Verbindung wirkt künstlich; ich sollte es vorziehen aufzuteilen, rûva-anugâsa-anuga = rûpa-anukarsha-anuga; wörtlich, besessen von Anziehung durch Farben.
[2] Rûvanuvâêna pariggahêna. Parigraha ist erklärt als das Verlangen, sie (die Farben) zu besitzen.
[3] Statt "lügen", können wir auch die Wiedergabe "Diebstahl" übernehmen, wie das Wort im ursprünglichen môsa stehen kann, entweder für mrishâ, oder für môsha.