Tattvârthâdhigama Sûtra des Umâsvâti.

 

Drittes Kapitel.

 

1) Ratnaprabhâ, 2) arkarâprabbâ, 3) Vâlukâprabhâ, 4) Pakaprabhâ , 5) Dhûmaprabhâ, 6) Tamaprabhâ, 7) Mahâtamaprabhâ sind die sieben (niederen) Regionen, die auf zähem Wasser, Wind und dem Räume ruhen, eine unter der anderen und (jede tiefere) grösser (als die nächst höhere).    1.

RatnaarkarâVâlukâPakaDhûmaTamoMahâtamaprabhâ bhûmayo ghanâmbuvâtâkâapratiṣṭ saptâ 'dho 'dha pthutarâ.

Diese 7 unterirdischen Regionen (bhûmi, Stockwerk?) heißen nach Bh. auch 1) Dharmâ, 2) Vaṃṡâ 3) ailâ, 4) Ajanâ, 5) Ariṣṭâ, 6) Mâdhavyâ, 7) Mâdhavi. Die oberste, Ratnaprabhâ, ist 8 000 000 yojana hoch, die folgenden je 32, 28, 20, 18, 16, 8 Hunderttausend yojana mehr. Alle ruhen auf einer 20 000 yojana dicken Schicht zähen Wassers; diese auf einer unzählige Tausende von yojana's dickeren Schicht zähen Windes, diese auf einer ebensolchen von

dünnem Wind, diese auf dem dem finstern Raume. (Nach S. haben alle drei Schichten 20 000 yojana). Es ist nicht ganz klar ausgedrückt, was hierunter verstanden werden soll. Doch glaube ich es so verstehen zu müssen, dass nur unter der letzten Hölle diese Schichten (valaya) sich über die ganze Bodenfläche erstrecken, so dass sie als die pratiṣṭhâ bezeichnet werden können, während sie

nur die Randseiten der übrigen Höllen ringförmig umgeben, so dass sie als valaya bezeichnet werden können, gerade so wie die Ozeane, welche die Kontinente umgeben.

 

In ihnen sind die Höllen.    2.

tâsu narakâ.

In jeder dieser Regionen sind die Höllen, doch so, dass nach allen Seiten die äussersten 10 000 yojana frei bleiben. Die Anzahl der Höllen sind von Ratnaprabhâ beginnend 3 000 000, 2 500 000, 1500 000, 1000 000, 300 000, 99 995, 5. Die 5 Höllen der untersten Region (Mahâtamaprabhâ) heisen : Kâla, Mahâkâla, Raurava, Mahâraurava, Apratiṣṭhâna. Die Höllen in Ratnaprabhâ sind in 13 Etagen (prastâra) geordnet, in arkarâprabhâ in 11, und so

immer um 2 abnehmend bis zur untersten Region, in der also die 5 genannten Höllen in einer Etage nebeneinander liegen. Bh. nennt eine Reihe von Höllen, um zu zeigen, das sie üble Namen haben.

 

In den Höllen sind Leyâ, Zustand, der Körper, die Empfindung, und der Erfolg immerwährend schrecklich, und um so schrecklicher (je tiefer die betr. Hölle liegt).    3.

nityâubhataraleyâpariâmadehavedanâvikriyâ.

Es kommen die graue, dunkle und schwarze Leyâ (Seelen-Färbung) in Betracht; die graue geht in Valukaprabhâ in die dunkle und diese in Dhumaprabhâ in die schwarze über. Je tiefer

nach unten, in um so heftigeren Schmerzen resultiert die betreffende Leyâ (tîvratarasakleâdhyâvasânâ). Mit Zustand (d. h. der Materie) ist alles gemeint, was die Sinne affiziert: da herrscht grauenvolle Finsternis, alles ist mit den ekelhaftesten Stoffen bedeckt, von dem Gestank krepierter Tiere durchdrungen und von den schrecklichsten Angstrufen und Webklagen erfüllt. Die Leiber der Höllenwesen sind abschreckend in jeder Beziehung und furchtbar anzusehen, ähnlich gerupften Vögeln, und 7 dhanus, 3 hasta und

6 agula, d. h. zirka 47 Fuss gross in Ratnaprabhâ; in jeder folgenden Region verdoppelt sich die Körpergrösse der vorhergehenden. Die Empfindungen sind unerträgliche Hitze und Kälte; Hitze in den drei obersten, in den beiden folgenden Hitze und Kälte, in den beiden untersten nur Kälte. Wurde ein Verdammter aus einer der heissen Höllen auf einen Haufen glühender Kohlen gelegt, so würde ihm das wie kühler Schatten vorkommen, und wurde einer aus einer kalten Holle in Eis und Schnee gesteckt, so würde er vor Wonne einschlummern. Der Erfolg von allem, was die Höllenwesen auch immer beginnen, ist das Gegenteil von dem, was sie

beabsichtigten, und immer schlägt es in etwas Schreckliches um.

 

(Die Höllenwesen erleiden) Qualen, die sie sich gegenseitig verursachen.    4.

parasparodîritadukhâ.

Sie bekämpfen und zerfleischen sich "gegenseitig in angeborenem Hasse; ihre höhere Erkenntnis (avadhi) dient ihnen nur dazu, sich gegenseitig aufzusuchen, und liefert ihnen also nur Ursachen ihrer Qual.

Ausserdem aber erzeugt die Natur des Ortes selbst diesen Wesen Qualen; von Hitze und Kälte ist schon oben gehandelt. Dazu kommt noch unerträglicher und nie zu stillender Hunger

und Durst.

 

Bis zur vierten Region verursachen auch böse Asura's ihnen Qualen.    5.

sakliṣṭâsurodîritadukhâ ca prâk caturthyâ.

Es sind 15 solcher böser Asura's, die mit allen möglichen Torturen die Verdammten martern und daran ihre höllische Freude haben. Ihre Namen sind: Amba, Ambarîa, yâma, abala, Rudra, Uparudra, Kâla[1], Mahâkâla, Asi, Asipatravana , Kumbhî, Vâlukâ, Vaitaraî, Kharasvara, Mahâghoa. (Da die Namen in einem Kompositum in Bh. gegeben werden, ist die Abtrennung in einigen Fällen nicht ganz sicher.) Unter den Martern sterben die Höllenwesen nicht, so sehr sie auch zerhackt und zersägt und zerfleischt und gebrannt und gekocht werden, sondern die Wunden schliessen sich wie eine Furche im Wasser. Denn die Lebensdauer der Höllen wesen kann nicht verkürzt werden, sondern läuft von selbst ab

(cf. II 52).

 

Im Maximum bleiben die Wesen in diesen Regionen der Reihe nach 1, 3, 7, 10, 17, 22, 33 Sâgaropama's.    6.

tev ekatrisaptadaasaptadaadvâviṃṡatitrayastrisatsâgaropamâ sattvânâ parâ sthiti.

Die längste Dauer in jeder Region ist die kürzeste in der nächst tieferen, in der ersten aber 10 000 Jahre, wie IV 43, 44 angegeben wird. Bh. trägt noch folgende Angaben nach: Wenn ein Höllenwesen wiedergeboren wird, so geschieht es nicht als ein Gott oder Höllenwesen, sondern als Tier oder Mensch, und zwar ist sein Los verschieden, je nach der Region, welche es verlässt. Ein jedes kann als Fisch oder Mensch wiedergeboren, dagegen als Vogel nur solche der drei ersten Regionen, als Löwe solche der vier ersten etc. Werden sie als Mensch wiedergeboren, so können die der drei ersten Regionen sogar Tîrthakara werden, die der

vier ersten das Nirvâa erla ngen etc., alle aber rechtes Glauben erlangen.

In den Höllen sind keine Berge, Täler, Seen, Inseln, Städte, Dorfer, keine Pflanzen, Tiere und Menschen noch Götter. Jedoch können Götter in der ersten Region entstehen und bis in die dritte gelangen. Bh. bemerkt ferner, dass alles so sei und bliebe wie angegeben, das z. B. die Winde das Wasser und dies die Erde trüge, beruhe auf der Welteinrichtung (lokasthiti).

Die Welt ist die Summe- alles Seienden; sie enthält die 5 Sein-Klassen astikâya. Die beiden Seinklassen Dharma und Adharma bedingen den Zustand oder die Ordnung Welt, durch die Art wie sie den Raum ausfüllen bestimmen sie ihre Gestalt.

 

Die Kontinente und Meere sind Jambûdvîpa, Lavaoda etc., welche gute Namen haben.    7.

JambûdvîpaLavaâdaya ubhanâmâno dvipasamudrâh.

Die Kontinente und Meere bilden ein System konzentrischer Ringe. In der Mitte liegt der kreisförmige Jambûdvîpa, darum der ringförmige Salzozean. Es werden Kontinente und Meere namentlich aufgeführt:

                          1. Jambûdvîpa                Lavaoda

                                      2. Dhâtakîkhada          Kâloda

                                      3. Pukaravara              Pukaroda

                                      4. Varuavara                Varuoda

                                      5. Kîravara                  Kîroda

                                      6. Ghtavara                  Ghtoda

                                      7. Ikuvara                    Ikuvaroda

                                      8. Nandîvara                Nandîvaroda

                                      9. Aruavara                 Aruavaroda

 

und so folgen noch unzählig viele bis zum Svayambhûramaa-Meere.

 

Sie sind (mit Ausnahme von Jambûdvîpa) ringförmig und der Durchmesser eines jeden doppelt so gross als der des von ihm eingeschlossenen.    8.

dvirdvirvikambhâ pûrvapûrvaparikepio valayâktaya.

Der Durchmesser von Jambûdvîpa ist 100 000 yojana, der von Lavaoda 200 000, der von Dhâtakîkhada 400 000 etc. In der Mitte von Pukaravara liegt der ebenfalls ringformige Mânuottara-Berg, welcher die Grenze der Menschenwelt bildet.

 

In der Mitte ist der Jambûdvîpa, rund 100000 yojana im Durchmesser, mit dem Meru als Nabel.    9.

tanmadhye Merunâbhir vtto yojanaatasahasravikambho Jambûdvîpa.

Der Berg Meru bat die Form eines sehr spitzen, in drei Absätzen aufsteigenden Kegels, den ein etwas stumpferer ebenfalls abgestumpfter Kegel krönt. Er misst im ganzen 100 000 yojana, davon 1000 unter der Erdoberflache, 99 000 über derselben stehen; sein Durchmesser

an der Basis ist 10 000, an der Spitze 1000 yojana; sein Aufsatz (cûlikâ) ist 42 yojana hoch, und hat unten 12, in der Mitte 8, oben 4 yojana im Durchmesser. Das erste Stück des Meru, 1000 yojana, ist aus Gestein, das zweite, 63 000 yojana, aus edeln Metallen, das dritte, 36 000 yojana, ganz aus Gold und der Aufsatz aus Beryll[2]. An der Basis ist der ringformige Bhadraâla-Hain, in 500 yojana Höhe der ebenso viele yojana breite Nandana-Hain. 62 500 yojana über ihm ist der 500 yojana breite Saumanasa-Hain, und 36 000 yojana darüber der 494 yojana breite Pâṇḍaka-Hain. Letzterer bedeckt also die obere Fläche des Kegels bis zu dem Aufsatz. Dort wo der Nandana- und Saumanasa-Hain sind, verjüngt sich der Kegel, so dass der äussere Radius 500 yojana grösser als der innere ist, wodurch Platz für die 500 yojana breiten Ringe der beiden Haine frei wird.

 

Dort sind die Zonen Bharatavara, Haimavatavara, Harivara, Videhavara, Ramyakavara, Hairarayavatavara, Airâvatavara.    10.

tatra BharataHaimavataHariVidehaRamyakaHairayavatAirâvatavarâ ketrâi.

 

Sie werden getrennt durch die westöstlich streichenden Weltgebirgsbänke Himavat, Mahâhimavat, Niadha, Nîla, Rukmin, ikharin.    11.

tadvibhâjina pûrvâparâyatâ HimavanMahâhimavanNiadhaNîlaRukmiikhario varadharaparvatâ.

Zone ist ketra, vara, vâsya, Weltgebirgsbank varadharaparvata. Es ist also der ganze Kreis von Jambûdvîpa von sechs parallelen erhöhten Streifen durchzogen, welche sieben niedrige Streifen frei lassen, von denen der südlichste und nördlichste Segmente sind; es folgen also vara und varadharaparvata abwechselnd aufeinander. Die Breite von Bharatavara ist 5266/19 yojana, die von Himavat doppelt so groß, also 105212/19, von Haimavatavara doppelt so groß wie die von Himavat, und so fährt die Verdoppelung fort bis zu Videhavara, welcher durch die Mitte geht; von da an nimmt die Breite in umgekehrter Weise ab. Bezeichnet man die von Bharatavara mit 1, so sind die Breiten: 1, 2, 4, 8, 16, 32,

64, 32, 16, 8, 4, 2, 1 = 190. 190 X 5266/19 yojana = 100 000 yojana = Durchmesser von Jambûdvîpa.

Der Himavat steht 25 yojana unter der Erde und 100 über ihr; diese Zahlen verdoppeln sich beim Mahâhimavat und vervierfachen sich beim Niadha, um dann in umgekehrter Weise abzunehmen.

Die Länge des Himavat ist etwas über 14 471 yojana, es ist die Sehne (jyâ) des Segments; der zugehörige Bogen (dhanuṣṭha), also die Länge der Meeresküste von Bharatavara, etwas

mehr als 14 528 yojana.

In der Mitte von Bharatavara zieht sich das Vaitâhya-Gebirge von einem bis zum andern Meere 25 yojana breit, ebenso hoch und noch 61/4 yojana unter der Erde. Es folgen nun einige Angaben über Videha, die ein späterer Zusatz zu sein scheinen, weil hier Mandara statt Meru gebraucht wird. Im Süden des Mandara wohnen die Devakuru, im Norden die Uttarakuru. Ich übergehe weiteres Detail, ebenso das über die vier kleinen Mandara's in Dhâtakîkhada und Pukarârdha.

Den Schluss bilden Angaben zur Berechnung von den in Betracht kommenden Linien im Kreise, welche nicht ohne Interesse

für den Stand der geometrischen Kenntnisse znr Zeit des Autors

sind. Zur Erläuterung diene untenstehende Figur.

            Der Durchmesser, vikambha, DG = d oder 2r.

Die Sehne, jyâ, AB = s oder 2 r sin α.

Die Bogenhohe iu, DE = i oder r sin vers α = r (1 — cos α).

Der Bogen ADB, dhanuṣṭha, = r 2 α.

Der Bogen AG oder DG, bâhu, = supplement von α oder

180 — α.

Die Formeln sind folgendermassen ausgedruckt. Die Peripherie, vttaparikepa = ѴlOd2 = 2rѴl0. , π wird gleich ѴIO (d. h. 3,1623 statt 3,1416, während die Sulva-Sûtra's den sehr ungenauen Wert 3,0031 bieten) genommen ; der Inhalt des Kreises ist d/4Ѵ lOd2 = r2π. Die Sehne Ѵi(d —i)4. (So scheint die nicht ganz klare Stelle verstanden werden zu müssen. In icchâ des Textes steckt iu) ; es ist ja EA2 = DE . EG. Der iu ist d-Ѵd2-s2 /2 = r — r cos α = r sin vers α. Der Bogen ADB, dhanukaṣṭha, ist Ѵ6i2+s2. Diese Formel bietet natürlich nur

einen Annäherungswert, zu dem man durch folgende Überlegung gekommen zu sein scheint. Die Grösse des Bogens hängt ab von der der Sehne und der Bogenhöhe. Nimmt man nun den Winkel von 180o, so ist der Bogen gleich r π oder nach indischer Annahme rѴlO, der iu = r und die Sehne 2r; in diesem Falle wird die Formel Ѵ6i2 + s2 zu Ѵ6r + f 4r2 = ѴlOr2 – rѴl0 = r π. Man musste also eine Formel aufstellen, die in genanntem Falle Ѵ10 r2' ergab, und da die Sehne in derselben vorkommen musste, so war ѴlOr2 in s2 + x2 oder 4r2 + 6r2 zu zerlegen. In 6r2 = x steckte der Faktor iu; setzte man x2 = 6 i2, so war die Formel für den Grenzfall richtig.

                                    1/4 s2 + i2

Der Durchmesser ist ————— (der Zähler ist das Quadrat

                                           i

der Sehne DA; nach einem bekannten Satze ist DA2 = DE. DG also DG = DA2 : DE). Der bâhu ist das Supplement des Winkels. In S. folgen 21 Sûtra über Jambûdvîpa, von denen Siddhasena keine Notiz zu nehmen scheint; dagegen sagt Haribhadra, dass sie Zusätze von anderer Hand seien, die aber hier nicht am Platze wären. Allerdings erscheint dann der 3. Adhyâya mit seinen 18 Sûtra's verdächtig kurz; nicht aber, wenn man den Umfang des Kommentars mit in Betracht zieht, wie man wohl muss, da Sûtra und Kommentar das Werk eines Autors sind.

 

Doppelt in Dhâtakîkhaṇḍa; 12.

dvir Dhâtakîkhaṇḍe.

Dieselben Zonen, Weltgebirgsbänke etc. finden sich auch in Dhâtakîkhaṇḍa, indem der ringförmige Kontinent durch je ein Gebirge in eine östliche und westliche Hälfte geteilt wird, die einander genau entsprechen; jedoch bilden in diesen die Weltgebirgsbänke nicht Parallelen, sondern sind speichenförmig geordnet.

 

Und ebenso in der (inneren) Hälfte von Pukara.    13.

Pukarârdhe ca.

Diesen Kontinent halbiert der Breite nach das kreisförmige goldene Gebirge Mânuottara. Es ist 172100 yojana hoch und erstreckt sich nocb 4301/4 yojana unter die Erde; an der Basis

ist es 1022 yojana breit, in der Mitte 723, oben 424 yojana. Über es hinaus kann kein Mensch, auch nicht vermittelst Zauberkräfte gelangen, und jenseits desselben werden, von außergewöhnlichen Fällen abgesehen, keine Menschen geboren.

Bh. resümiert alles bis jetzt über die Erde gesagte: 21/2 Kontinente, 2 Weltmeere, 5 Mandara's, 35 Zonen (nämlich 7 in Jambûdvîpa, je 14 in Dhâtakîkhaṇḍa und Pukarârdha), 30 Weltgebirgsbänke (nämlich 6 in Jambûdvîpa und je 12 in Dhâtakîkhaṇḍa und Pukarârdha),

5 Devakuru's und 5 Uttarakuru's , 160 cakravartivijaya's , 255 janapada‘s, 65 antaradvîpa's. Von letzterem wird unter Sûtra 15 die Rede sein.

 

Bis zum Mânuottara (gibt es) Menschen.    14.

prâ Mânuottarân manu.

Geboren werden Menschen nur in den 35 Zonen, durch Zauberkraft können sie aber auch sonst überall innerhalb des genannten Bereiches hingelangen.

 

Diese sind Ârya's und Mli (oder Mleccha's).    15.

âryâ mlia ca.

mli ist die Form in Bh., mleccha in S.

Die ârya‘s sind sechsfacher Art: 1) Der Heimat nach sind ârya die in den 15 karmabhûmi‘s Gebürtigen (siehe nächstes Sûtra), namlich in den 251/2 Provinzen von Bharata und die in

den übrigen cakravartivijaya‘s. 2) Dem Geschlechte nach die Ikvâku's, Videha's, Hari's, Ambaṣṭha's, Jâta's, Kuru's, Vuvunâla's, Ugra's , Bhoga's , Râjanya's und andere. 3) Der Familie nach die Kulakara's (Patriarchen), Cakravartin's (Weltherrscher), Baladeva's,

Vâsudeva's oder diejenigen, welche 3, 5 oder 7 reine Ahnen haben oder direkt auf einen Kulakara sich zurückführen können. 4) Dem Berufe nach; solche Berufe sind Opfern, Studium und Unterricht, Geldgeschäfte (prayoga), Ackerbau, Schreiben, Handel, Viehzucht

(? yonipoana). 5) Dem Handwerk nach: Weber, Töpfer, Barbier, Schneider, Künstler etc. 6) Der Sprache nach.

Die Mleccha's oder Mli sind die übrigen. Eine besondere Art derselben sind die Bewohner der antaradvîpa‘s. Es liegen nämlich im Lavaoda-Ozean von beiden Enden des Himavat und

des ikharin in jeder der 4 Nebenrichtungen des Kompasses je 7 Inseln, also im ganzen 56. Auf diesen wohnen fabelhafte Menschen, wie Einbeiner, Geschwänzte, Gehörnte, mit Gesichtern oder Ohren von allerlei Tieren. Auch die Karapravaraa's finden sich darunter.

In S. wird die Sache etwas anders vorgetragen. Dort ist die Zahl der antardvîpa‘s 96, was aber gegen die im Jîvâbbigama-Sûtra gelehrte Zahl von 56 verstösst.

 

Bharata, Airâvata und Videha, ausgenommen die Devakuru's und Uttarakuru's sind die Karmabhûmi's.    16.

BharatAirâvata Videhâ karmabhûmayo 'nyatra Devakur Ûttarakurubhya.

Nacb Bb. ist karmabhûmi ein Land, in welchem Nirvâa erreicht werden kann. Nach S. wird zwar überall karman erworben, aber nur in einer karmabhûmi solches, welches in die unterste

Hölle oder den obersten Himmel fuhrt. In einer karmabhûmi nähren sich die Menschen durch Arbeit; die anderen Länder sind bhogahhûmi‘s, insofern dort die Menschen mühelos ihre Nahrung finden.

 

Die höchste Dauer für Menschen ist drei Palyopama's, die geringste ein Bruchteil eines Muhûrta;    17.

nsthitî parâpare tripalyopamântarmuhûrte.

 

Ebenso für Tiere.    18.

tiryagyonînâ ca.

Dauer sthiti; es wird bhavasthiti und kâyasthiti unterschieden. Erstere ist die Dauer der einzelnen Existenz, kayasthiti scheint zu bedeuten: das nacheinander mit demselben Körper geboren werden; sie wird im Maximum auf 7 oder 8 bhavagrahaa'a angegeben.


 

[1] Zeit

[2] Offb 21,20