Seite XXII Jainismus Inhalt gesamte Vorlesung Âkârâṅga Sûtra und Kalpa Sûtra
[Absatz geht weiter] Es ist wahr, dass in Bezug auf das die Gainas die Buddhisten übertreffen, aber sie haben die Idee von solchen Zeiten, gemeinsam nicht nur mit den letzteren, sondern auch mit den Brâhmanen. Die wichtigsten Merkmale des chronologischen Systems der Gainas unterscheiden sich ebenso von denen der Buddhisten als von denen der Brâhmanen. Denn es ist unmöglich, um die Utsarpinî und Avasarpinî Epochen herzuleiten aus ihren sechs Aras, von den Buddhistischen vier großen und achzig kleineren Kalpas, welche sind als wären es die Handlungen und Szenen im Drama der aufeinander folgenden Kreationen und Auflösungen des Universums, noch von den Yugas und Kalpas der Brâhmanen. Ich bin der Meinung, dass die Buddhisten das Brâhmanische System der Yugas aufgebessert haben, während die Gainas ihre Utsarpinî und Avasarpinî Epochen nach dem Modell vom Tag und der Nacht von Brahmâ erfanden.
Wir haben die Diskussion von Professor Lassen’s drittem Argument verschoben, die ahimsâ, denn es wird besser behandelt, zusammen mit den anderen moralischen Grundsätzen von beiden Sekten. Professor Weber Professor Weber[1] hat auf den nahen bestehenden Zusammenhang zwischen den fünf großen Gelübden der Gainas und die fünf Kardinalsünden und Tugenden der Buddhisten hingewiesen, und Professor Windisch[2] hat die Gaina Gelübde (mahâvrata) mit den zehn Verpflichtungen der Buddhisten (dasasil) verglichen.
Die Zehn Gebote der buddhistischen Asketen sind die folgenden[3]:
1. Ich nehme das Gelübde nicht Leben zu zerstören.
2. Ich nehme das Gelübde nicht zu stehlen.
3. Ich nehme das Gelübde, mich von Unreinheit zu enthalten.
4. Ich nehme das Gelübde nicht zu lügen.
5. Ich nehme das Gelübde, mich zu enthalten von berauschenden Getränken, die Fortschritt und Tugend behindern.
6. Ich nehme das Gelübde nicht zu verbotenen Zeiten zu essen.
7. Ich nehme das Gelübde, mich zu enthalten von Tanz, Gesang, Musik und Bühnenspiel.
8. Ich nehme das Gelübde nicht Girlanden, Düfte, Salben oder Ornamente zu verwenden.
nächste Seite XXIII
[1] Fragment der Bhagavatî, II, pp. x75, 187
[2] Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft, XXVIII, S. 222, Anmerkung (zu empfehlen alle 4 noch vorhandenen Prakâça von Hemacandra zu lesen, beginnend schon auf Seite 221. ΑΏ)
[3] Rhys Davids, Buddhism, S. 16e