SEITE 256                                                                                      Jainismus  Titel Inhalt vorige Seite gesamte Vorlesung                                                 Sûtrakriga Sûtra

Obwohl das Leben nicht verlängert werden kann, wie das Sprichwort sagt[1], sündigen törichte Leute immer noch leichtfertig; ein törichter Mann ist bis zum Rand (sozusagen) mit Sünden gefüllt. Dies betrachtend ist ein Weiser nicht eingebildet. (21)

Durch selbsterfundene Riten sucht gemeines Volk Heiligkeit [2], sie sind voll von Betrug und (sozusagen) in Täuschung gehüllt. Aber ein Mönch ist heilig durch seine Unschuld, er erlaubt keinen Mühseligkeiten[3], seine Worte (Gedanken und Handlungen) zu beeinflussen. (22)

Wie ein kluger Spieler, spielend beim Würfeln, nicht besiegt wird, da er die Krita wirft, aber nicht Kali, noch Trêta noch Dvâpara; (23)

So übernehme für dein Wohl das beste und höchste Gesetz, das in dieser Welt durch den Retter verkündet wurde, wie der geschickte (Spieler) die Krita (wirft), und die anderen Würfe vermeidet. (24)

Ich habe gehört, dass sinnliche Vergnügungen gesagt sind, den stärksten Einfluss auf Männer haben; aber jene die sich ihnen enthalten, dem Gesetz von Kâsyapa folgen. (25)

Diejenigen, die dem Gesetz folgen, das durch âtrika, dem großen Seher[4] verkündet wurde, sind tugendhaft und gerecht; sie bestärken sich gegenseitig im Gesetz. (26)

Nimm keine Rücksicht auf die verführerischen (Vergnügungen), bemühe dich Täuschung abzuschütteln. Diejenigen, die nicht durch die bösen (Vergnügungen) unterworfen werden, kennen Meditation ihre Aufgabe zu sein[5]. (27)

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[1] Vergleiche Uttarâdhyayana IV, I, SEITE 18. Die gleichen Worte wiederholen sich, Sûtrakriga Sûtra I, 2, 3, 10, SEITE 259.

[2] Palêti = pralîyatê

[3] Wörtlich, Kälte und Hitze

[4] Mahâvîra

[5] Âhitam, wörtlich: ist erklärt worden. Die Kommentatoren erklären das Wort â-hitam, durch und durch gut, oder âtmani vyavasthitam, in die Seele gelegt.