SEITE 418 Jainismus gesamtes Kapitel Titel Inhalt vorige Seite gesamte Vorlesung Sûtrakritâṅga Sûtra
"(Aber wir vermuten) eine unsichtbare, große, ewige, unvergängliche, und unzerstörbare Seele, die alle anderen Wesen in jeder Hinsicht übertrifft, wie der Mond, die Sterne übertrifft." (47)
Ârdraka.
"(Wenn da nur eine für alle Wesen gemeinsame Seele wäre) könnten sie nicht (voneinander) bekannt sein, noch könnten sie unterschiedliche Lose erfahren, da würden nicht Brâhmanas, Kshattriyas, Vaisyas und Sudras[1] sein, Insekten, Vögel und Schlangen; alle würden Menschen und Götter sein." (48)
"Diejenigen, die nicht alle Dinge durch Kêvala[2] (Wissen) wissen, aber die unwissend seiend ein Gesetz (von ihnen selbst) lehren, gehen sich selbst verloren, und die arbeiten den Ruin von anderen in diesem schrecklichen, grenzenlosen Kreis der Geburten." (49)
"Diejenigen, die alle Dinge durch das volle Kêvala Wissen wissen, und Meditation ausübend das ganze Gesetz lehren, sind selbst gerettet und retten andere." (50)
"Du hast, in deinem Kopf, sowohl diejenigen, die ein tadelhaftes Leben führen, und diejenigen, die in dieser Welt richtiges Verhalten ausüben gleich gemacht. Freund, du bist getäuscht." (51)
Ein Hastitâpasa[3].
"Jedes Jahr töten wir einen großen Elefanten mit einem Pfeil und leben von ihm, um das Leben anderer Tiere zu schonen." (52)
nächste SEITE 419
[1] Pessâ = prêshya, wörtlich, Diener oder Sklaven
[2] Kêvala = höchste übernatürlich Wissensstufe der Gaina Skala, (vgl. Max Weber, Religionssoziologie II. Die orthodoxen u. heterodoxen Heilslehren der indischen Intellektuellen. III. Die asiatische Sekten- und Heilandsreligiosität.)
[3] Die Hastitâpasas sind so benannt aus der Tatsache, dass sie einen Elefanten töten und von ihrem Fleisch für ein ganzes Jahr oder für sechs Monate leben, wie Sîlâṅka ergänzt, so die Worte avi ya (api ka) nach samvakkharêna. erklärend. Die Hastitâpasas werden in einer Liste der verschiedenen Tâpasas in der Aupapâtika Sûtra, Edition Leumann, § 74 erwähnt.