SEITE 164 Jainismus Titel Inhalt vorige Seite gesamte Vorlesung Uttarâdhyayana Sûtra
12. Von Kâyôtsarga macht er sich von vergangenen und gegenwärtigen (Vergehen) frei, (die) Prâyaskitta[1] (erfordern); dabei wird sein Geist beschwichtigt wie ein Träger, der von seiner Last erleichtert wird; und sich beschäftigend in lobenswerter Betrachtung genießt er Glück. (12)
13. Durch Selbstverleugnung schließt er, sozusagen, die Türen der Âsravas; durch Selbstverleugnung verhindert er aufsteigende Begehren in ihm; durch die Verhütung von Begehren wird er, sozusagen, gleichmütig und gelassen auf alle Objekte. (13)
14. Durch Lobpreisungen und Hymnen, erhält er die Weisheit, bestehend in Wissen, Glauben und Verhalten, so gewinnt er eine solche Verbesserung, dass er ein Ende zu seiner irdischen Existenz setzen wird[2], (oder), danach in einem der Kalpas und Vimânas geboren wird[3]. (14)
15. Durch Bewahren der richtigen Zeit zerstört er das Karman, welches richtiges Wissen behindert. (15)
16. Durch Prâyaskitta ausüben, befreit er sich von Sünden, und begeht keine Sünden; er der Prâyaskitta richtig praktiziert, gewinnt den Weg und den Lohn des Weges[4], gewinnt er den Lohn von gutem Verhalten. (16)
17. Durch bitten um Vergebung erhält er Glück des Geistes; dabei erwirbt er eine Art Gesinnung zu allen Arten von lebenden Wesen[5]; von dieser
[1] Sühnende Riten, âlôkanâ, usw.
[2] Antakriyâ, erklärt durch mukti.
[3] Die Kalpas und die Vimânas sind der Himmel der Vaimânika Götter, siehe, SEITE 226
[4] Durch Weg ist die Möglichkeit zum Erwerb richtigen Wissens gemeint, und durch den Lohn des Wegs, richtiges Wissen. Die Belohnung für gutes Verhalten ist mukti.
[5] Savvapânabhûyagîvasattâ. Die prânas besitzen von zwei bis vier Sinnesorganen, die gîvas fünf, die bhûtas sind Pflanzen, und die sattwas sind alle übrigen Lebewesen.