SEITE 172                                                                                      Jainismus  Titel Inhalt vorige Seite gesamte Vorlesung                                             Uttarâdhyayana Sûtra

70. Durch Gier bezwingend erhält er Zufriedenheit, usw. (wie in 67, Gier durch Wut ersetzend). (70)

71. Durch Liebe, Hass und falsche Weltanschauung bezwingend, bemüht er sich für richtiges Wissen, Glauben und Verhalten, dann wird er die Fesseln des achtfachen Karman abschneiden; er wird erst die achtundzwanzig Arten[1] von Karman zerstören, die Erzeuger von Täuschung sind; (dann) die fünf Arten von Behinderung zu richtigem Wissen[2], die neun Arten von Behinderung rechten Glaubens[3], und die fünf Arten von Hindernissen (genannt Antarâya[4]): die letzten drei Überbleibsel von Karman zerstört er gleichzeitig; danach erhält er absolutes Wissen und absoluten Glauben, welcher unumschränkt ist, voll, vollständig, ungehindert, klar, fehlerfrei, und Licht gebend (oder) das ganze Universum ( durchdringend); und während er immer noch handelt[5], erwirbt er aber ein solches Karman das unzertrennlich aus religiösen Handlungen ist[6]; die angenehme Gefühle (durch es erzeugt) dauern nur zwei Momente: Im ersten Moment ist es erworben, im zweiten ist es erlebt, und im dritten ist es zerstört; dieses Karman wird erzeugt, kommt in Kontakt (mit der Seele), nimmt Aufstieg, wird erfahren und wird zerstört; für alle Zeiten die kommen ist er von Karman befreit. (71)

72. Dann[7] wenn sein Leben verbracht ist bis zu weniger als

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[1] Es sind sechzehn kashâyas, neun nô-kashâyas und drei môhanîyas. Vgl. Eine wissenschaftliche Abhandlung über Jainismus von – Shri Jayatilal S. Sanghvi

[2] Dies sind die Hindernisse zu den fünf Arten von Wissen: mati, sruta, avadhi, manahparyâya, kêvala

[3] Sie sind: die Hindernisse für kakshurdarsana, zu akakshurdarsana, zu avadhidarsana, und zu kêvaladarsana, und fünf Arten des Schlafes (nidrâ). Betreffend Antarâya, siehe SEITE 193.

[4] Betreffend Antarâya, siehe SEITE 193.

[5] Sayôgin, d.h. während er noch nicht das vierzehnte gunasthâna, den Zustand eines Kêvalin erreicht hat

[6] Airyapathika

[7] d.h. wenn er ein Kêvalin geworden ist, wie im vorhergehenden Absatz beschrieben