SEITE 97 Jainismus Titel Inhalt vorige Seite gesamte Vorlesung Uttarâdhyayana Sûtra
starke, schreckliche, unerträgliche, fürchterliche, und furchtbare Schmerzen erlebt." (72)
"O Vater, unendlich viel schmerzhafter ist das Leiden in der Hölle als alle Leiden in der Welt der Menschen." (73)
"In jeder Existenzart war ich Leiden unterzogen, welche nicht durch einen Augenblick Gnadenfrist unterbrochen wurde." (74)
Zu ihm sagten seine Eltern: "Mein Sohn, ein Mensch ist frei in den Orden einzutreten, aber es verursacht einem Sramana Elend, daß er nicht alle Leiden beheben kann." (75)
"O Vater und Mutter, ist es sogar so, wie ihr deutlich gesagt habt; aber wer kümmert sich um Tiere und Vögel im Wald?" (76)
"Wie ein wildes Tier[1] von selbst in den Wäldern umherstreift, so werde ich das Gesetz ausüben durch Selbstkontrolle und Buße tun." (77)
"Wenn in einem großen Wald ein wildes Tier sehr krank am Fuß eines Baumes fällt, wer ist dort es zu heilen?" (78)
"Oder wer wird ihm Medizin geben? oder wer fragt nach seiner Gesundheit? oder wer besorgt essen und trinken für es, und füttert es?" (79)
"Wenn es in vollkommener Gesundheit ist, wird es umherziehen in Wäldern und an (den Ufern von) Seen auf der Suche nach Essen und Trinken." (80)
"Wenn es in den Wäldern und Seen gegessen und getrunken hat, wird es zu Fuß umhergehen und nach den Gewohnheiten der wilden Tiere auszuruhen gehen." (81)
"Auf die gleiche Weise ein frommer Mönch geht an viele Orte und geht umher gerade wie die Tiere, aber danach geht er in die oberen Regionen." (82)
[1] Miga = mriga, wörtlich "Antilope"; aber wie oft hier das Wort vorkommt hat es offenbar die allgemeinere Bedeutung "wildes Tier".